Uncategorized

Tageskarte 28: Kokos-Curry

„Altbacken“, hat er gesagt, der Herr Kollege. Weil´s gestern Rouladen gab. Altbacken, so, so … Also gut, werden wir international. Spielen wir Crossover! Die heutige Buchkritik hat schließlich ein echtes Grand Hotel zum Thema. Andererseits, es ist Montag. Da kombinieren wir bestimmt keine in Salmiak glacierten Welpenöhrchen mit Austern und Schweine-Krokant. Gemäß der Tradition des stets zuvorkommenden british empire (hüst!), basteln wir uns heute mal ein Curry. Es gab lange keinen Reis mehr, Baby. Eine Unverschämtheit, übrigens: während mehreren Dritteln der Weltbevölkerung gar nichts anderes übrigbleibt als sich von Reis zu ernähren (wenn überhaupt von was), mahnen und warnen unsere Ernährungsexpertinnen in Permanenz vor diesem schlimmen Getreide. Aber wir sollen ja auch kein Brot mehr essen. Habt Ihr Sorgen!

In einer Pfanne erwärmen wir frisch gemörserten Kreuzkümmel, reiben später Zwiebeln und Ingwer ins heiße Ghee, schalten runter, schieben nicht zu wenig Knoblauch über die Raspel und füllen eine schöne Portion Kokosmilch ein, außerdem Zitronensaft, Gemüsebrühe, Zitronengras-Püree und vor allem: eine fette Ladung Cajun-Pulver. Besteht vor allem aus Kurkuma, das macht schön gelb, hat aber noch andere Nuancen. Bitte gern nachschärfen und -salzen. Währenddessen wurden in einem Topf mit  Dämpfeinsatz Broccoli-Röschen (4 min) und Süßkartoffelstücke (unbedingt mit Schale, 7 min.) gegart. Darin oder in einem dritten Topf bereiten wir den Reis zu. Steht auf der Packung, wie das geht. Jedenfalls, kurz vorm Servieren ein Stückchen Ghee hinein kann niemals schaden.

Im Anfange, wenn man all die südostasiatischen Kochbücher durchguckt, glaubt man niemals ein „echtes“ Curry zubereiten zu können. Die Grenzen verfließen; allein in Indien existieren viele Dutzend abweichende Arten. Sehr einfach geht eins mit passierten Tomaten und Kichererbsen. Wieder Gewürze in der Pfanne erwärmen, etwa gemahlenen Koriander und Schwarzkümmel, Ghee, Zwiebel-Ingwer-Knoblauch-Brei dazu, Kichererbsen aus dem Glas (entweder abspülen oder mit dem Einweichwasser, das bindet) etwas Essig, Tomatenmatsch (schnell zudecken, spritzt!) von der Platte ziehen, nachwürzen mit Chili und Salz und wozu man noch so Lust hat. Außer Reis passen auch Chapati (siehe Tageskarte 21) oder Naan oder irgendein anderes Fladenbrot.

Obiges Kokosmilch-Rezept stammt übrigens aus der Karibik, da geht´s dann meistens nicht so vegetarisch zu. Fischfilets oder Hähnchenbrust lässt sich in der Soße ebenfalls prima schmurgeln. – Was aber um alles in der Welt trinken wir dazu? Tee? Lassi? Mangosaft? Ach nee. Seit Jahr und Tag mühen sich die Winzer der Welt, anpassungsfähige Weine zur intensiven Gewürzküche zu schaffen. Obenan stehen Bukett-Sorten, also Muskateller, Traminer, Scheurebe … oder sogar mal ein Sauvignon blanc.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.