Tageskarte

Tageskarte Tag 1

Gemüsesuppe – igitt! So klingt es aus der Kindheit hellen Tagen herüber, nicht wahr, wenn Tante Hildegard die grünen Schleimfäden, also den  verkochten Lauch, als Inbegriff gesunder Ernährung pries. Wieder einmal Italien hat hier Kulturaufbau geleistet, vielen Dank! Denn heute, ja heute machen wir uns eine schöne Minestrone. Die Anregung verdanke ich Freund Uwe Frey, einem Karnivoren erster Ordnung, der eher noch das Mark aus dem Schienbein verendeter Straßenköter (entschuldige, Dr. Ferenc!) zutschelte, bevor er sich mit Vegetabilien abgäbe. Und auf einmal sitzt er so im Restaurant und stellt fest, dass fleischlose Minestrone die Erfüllung (fast) all seiner Träume sei.

Außerdem passt das Rezept prima zu unserer Goethe-Diät, siehe des Geheimrats Italienreisen, wo er ganz sicher ganz viel Minestrone gelöffelt hat; es gibt bestimmt auch eine ganz berühmte Stelle, wo er solches beschreibt, aber da bin ich gerade zu faul zum Suchen.

Nun denn, in unserem Fall begann’s mit der Auffindung einer Parmesanrinde im Kühlschrank heute Morgen. Eines beträchtlichen Rankens, fürwahr! Bevor der sein Stichwort bekommt, stellen wir mal einen Suppentopf auf die Platte und kochendes Salzwasser her.

Geschnittenes Suppengemüse, ja, auch Lauch und was sonst noch vom Wochenende in der Küche rumfliegt, Pastinake, halbe Petersilienwurzel, unansehnliche Kartoffeln, auch der Staudensellerie hat schon bessere Tage gesehen – das alles hieven wir da hinein und kochen’s auf. Schon wird Olivenöl hineingeträufelt, ca. 2 Esslöffel auf den Liter. Und unser Parmesan bekommt seinen Einsatz. Tja, zu dieser Jahreszeit Tomaten kaufen, das grenzt an Landesverrat. Aber ganz ohne geht’s nicht, und die zwei Tomätchen hier sehen wirklich so aus, als seien sie gestern noch am Strand von Rimini Hand in Hand spazieren gegangen.

Während das Süpplein köchelt, bereiten wir Pesto zu: aus Basilikum, Parmesan, Knoblauch, Olivenöl und – hab ich grade noch übrig – Walnüssen. Davon wird ein Löffel voll in den Teller gegeben, eine Schöpfkelle gepfefferte Minestrone drüber und zum Schluss nicht ungehobelten Parmesan. Weißbrot dazu, tadataaa!

Für heute Abend, da kommt etwas Besuch, reicht das natürlich nicht. Da basteln wir aus dem Pesto erst mal Bruschette, garniert mit eingelegten getrockneten Tomaten, danach ein Zitronen-Risotto (hoffentlich ist noch genug Brühe übrig!) und zum Knuspern ein paar Frühlingszwiebeln aus dem Ofen mit Gorgonzola-Matsch. – Das wird was, ey!

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