Tageskarte

Tageskarte Woche 1: Schiacciata con asparagi ricottati

Was hab ich gesagt, grad vor zwei Wochen, zum vorläufigen Ende der Taugenichts-Therapie an Tag 30? „Ich bin ein bisschen enttäuscht.“ War ich auch: vom Heilungs-, vor allem vom Kräftigungserfolg. Wie konnte ich so irren?! Jahrelange (innere) Vorbereitung, Fachliteratur gewälzt, Heilsbringer konsultiert, ja sogar etwas nachgedacht – und dann das. Also nix. – Kaum drei Tage später merkte ich, ohne es zu merken, wie ich einen ganz normalen, nein, übervollen Tagesablauf mit Achtstundenarbeit, Zugfahren, Einkaufen, Familienversorgung und Hundebetreuung sowie Zusatzanforderungen mühelos bewältigte. Täterä, also doch! Ich revidiere und deklariere wie folgt: die Taugenichts-Therapie ist eindeutig die instruktivste, regenerativste, dabei genuss- und entspannungsreichste, sprich gesündeste Reha, die jemals entwickelt wurde.

Aus diesem und manch anderem Grunde heute ein fundamentaler Frühlingsfesttagsschmaus für alle. Also, fast für alle, so ganz vegan ist die Schiacciata ja nicht, aber bestimmt könnt Ihr – die zwar in geringen Mengen, dafür gleich dreifach Betroffenen – das bisschen ersetzen. Viele kennen dies Backwerk nur in süß, mit Feigen und Rosmarin und so. Andere haben es vielleicht schon mal beim Schnell-Italiener in die Hand gedrückt gekriegt, gefüllt mit Schinken und Käse, macht garantiert satt. Untige Variante scheint uns nicht nur die jahreszeitangemessenste, sondern gar geeignet, einen Hauptgang abzugeben. Ungefüllt, dafür mit Kräuterdipp, macht´s auch zum Apéro was her.

In einem Töpfchen erwärmen wir 20 ml Milch, bröseln einen Hefewürfel hinein und geben einen halben Teelöffel Zucker dazu. Und rühren! In einer Keramikschüssel wird 500 g Mehl mit Salz und gemörserten Fenchelsamen vermischt. In eine Mehl-Kuhle kippen wir die Hefemilch, decken ein Geschirrtuch drüber und lassen das alles ein Viertelstündchen bei etwa dreißig Grad (z.B. im Backofen) gehen. In der Zwischenzeit werden 180 ml Milch mit knapp 100 Gramm Butter erwärmt und mitsamt einem Ei in die Schüssel (die zuvor aus dem Backofen geholt wurde) gematscht und von Hand geknetet. Der Teig soll schön geschmeidig sein. In Kugelform rollt er in die Schüssel zurück, wird schon wieder abgedeckt und darf sich abermals gehen lassen: eine volle Stunde lang.

Immer noch nicht fertig. Längst nicht! Jetzt wiederum kneten wie verrückt, einen handtellerdicken Fladen formen und auf ein bebackpapiertes Backblech legen. Nunmehr – wie ahnten es bereits – mit dem Geschirrtuch abdecken und ein weiteres Mal gehen lassen, so an die 15 Minuten. Achtung: das Ding rausnehmen, beölen, Ofen auf 180 Grad vorheizen, zurück damit – und circa 22 Minuten backen. Hmmh! Und die Füllung? Ricotta mit Petersilie, Zitronenabrieb, Salz, Pfeffer Olivenöl verrühren, verstreichen, blanchierten Grünspargel drauf, zuklappen.

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