Tageskarte

Tageskarte Woche 3: Eliopitta mit Meze-Plättchen

Am Anfang vieler bedeutender Siege stehen völlig unbedeutende Niederlagen (oder war´s umgekehrt?), das ist bei der Kocherei nicht anders. Niemals, so hatte ich mir in die Hand versprochen, würde ich frisch gebackener Hefeteigbäcker so etwas Schnödes wie Trockenhefe aus dem Päckchen krümeln! Niemals. Man bringt sich ja ums Schönste, diesen urschleimigen Sabsch aus kuhwarmer Milch, Zuckerchen und dem eigentlichen Wunder: dem Hefewürfel! Nun, viele Niederlagen folgen aus anderen Niederlagen, und siehe da, nämlich unter Buchkritik Woche 3: Es war die Schuld einer andern, Sally Butcher. Klingt wie eine waschechte linkskonservative Feministin, ist sie vielleicht auch, was sie auf jeden Fall ist: eine wunderbare Rezepte-Sammlerin und Präsentatorin.

Eliopitta beschreibt Frau Butcher als eines der besten Brote, das man tatsächlich zu Hause backen kann, und es stimmt. 500 g Mehl mischen wir mit einem EL Zucker und zwei TL Salz, kippen 7 g Trockenhefe (ja, ja …) dazu, außerdem drei EL Olivenöl und 300 ml lauwarmes Wasser. Erst mit dem Kochlöffel, dann mit den Händen so lange kneten, bis du keine Geduld mehr hast. In die Schüssel legen, mit Geschirrhandtuch abdecken und 30 Minuten bei 30 Grad gehen lassen. Rausnehmen, mit Rosmarin durchkneten, zurück in die Schüssel und wieder 30 Minuten gehen lassen. Auf einem mehligen Brett zu zwei runden Laiben formen – wer Lust verspürt, kann in den einen oder andern oder beide schwarze Oliven dazugeben. Und wieder zudecken und 30 Minuten ruhen lassen.

Backofen auf 240 Grad vorheizen, Fladen rein, 10 Minuten backen. Dann runterschalten auf 190 Grad … und noch mal 20 Minuten. Macht? 30! Ganz genau. Scheint Glück zu bringen. Bringt es auch, und zwar gleich doppelt und mehrfach: Meine Güte, was man jetzt alles mit den Dingern anstellen kann. Zum Beispiel noch warm erst in Olivenöl und dann in Zatar tauchen. Oder mit allerlei griechischen Vorspeisen servieren, etwa mit einer Creme aus Avocado, Tomate, frischer Minze, unfrischem Oregano, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Besser als Quackamole!

Oder aber, wie klauen noch mal bei Frau Butcher und bereiten eine Meze-Salatplatte mit Salatblättern verschiedener Art zu, auch Gurkenscheiben, die wir in verschiedene Sößchen tauchen, etwa Hollandaise mit Dukkah, das sind mit Kreuzkümmel, Sesam, Koriander, Salz und Pfeffer zermahlene Haselnüsse bzw. Mandeln. Auch Tahini passt nicht schlecht, also feste Tahinpaste mit Knoblauch, Petersilie, Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mixen, bis die Soße die gewünschte Konsistenz erhält.

Was die Armenier*innen zu Eliopitta reichen, weiß ich augenblicklich nicht, bin aber überzeugt, dass es großartig ist. Was von den Georgier*innen (…) mit Sicherheit ganz genau so gilt.

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